Zitiert: Wie ARD und ZDF bei der Debatte um die Rundfunkbeitragserhöhung agieren

„Zahlen lügen nicht“ – so lautet ein Sprichwort. Doch so einfach ist es natürlich nicht. Es kommt vor allem darauf an, wie bei einem Thema Zahlen in den Kontext gesetzt werden. Und ob dabei auch tatsächlich die relevanten verfügbaren Zahlen genannt werden, um ein einigermaßen vollständiges Bild zu ermöglichen. …. Am 20. Februar will die KEF ihren endgültigen Vorschlag zur künftigen Beitragshöhe veröffentlichen.

Seit mehreren Wochen legen nun Senderverantwortliche, vor allem aus der ARD, den Fokus auf diese 18,36 Euro und damit auf diese eine Zahl, um in öffentlichen Äußerungen die künftige Finanzausstattung der öffentlich-rechtlichen Sender in der neuen Vierjahresperiode (2021 bis 2024) als zu niedrig zu beschreiben. Das ist jedoch äußerst problematisch, weil die hinter der Beitragshöhe stehenden maßgeblichen Zahlen dann außen vor bleiben, etwa das von der KEF genehmigte Gesamtbudget für ARD, ZDF und Deutschlandradio, das von 2021 bis 2024 gegenüber der Vorperiode nach dem jetzigen Stand der Dinge um 1,8 Mrd. Euro ansteigen soll. Ein Vergleich der vorgesehenen künftigen Beitragshöhe von 18,36 Euro mit der aktuellen ist zudem schwierig, da die derzeitige Beitragshöhe von 17,50 Euro durch insgesamt vier Sondereffekte verzerrt ist.

Volker Nünning, medienkorrespondenz.de, 18.02.2020 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)