Zitiert: Vielfalt im ERSTEN: „Wir sind (D)eins“

„Um ein sorgfältig austariertes Für-jeden-etwas-Portfolio mit Spannendem, Gefälligem und noch mehr gefälliger Krimi-Spannung handelt es sich auch beim Gesamtpaket der insgesamt 144 neuen Fernsehfilme, die die ARD in diesem Jahr erstausstrahlen will. 35 Mittwochs-Filmen am einzigen genre-offenen Sendeplatz im deutschen Fernsehen stehen 43 Sonntags-Krimis und 24 Donnerstags-Krimis gegenüber. … Die Dutzendware wird mal etwas aufwändiger, mal normal aufwändig produziert – für durchschnittliche Minutenpreise von 15.500 bis 18.200 Euro brutto. Das ergibt über die Normlänge von gut 88 Minuten 1,36 Millionen bis 1,6 Millionen Euro pro Stück. Was also allein für die ARD in neunstelligen Bereich führt. … Ist das in dem Ausmaß, was die deutsche Gesellschaft tatsächlich möchte oder braucht – als “Kitt”, wie ARD-Programmdirektor Volker Herres gerne sagt (mal im Bezug auf Sport, mal auf viel eingeschaltetes Fernsehen, siehe etwa hier und hier)? Oder werden die Menschen in wenigen Jahrzehnte fassungslos darüber staunen, was sich die deutsche Gesellschaft der 2010er Jahre in ihrem Fernsehen leistete?“

 

Christian Bartels, Medienkolumne auf evangelisch.de, 01.02.2018 (online)

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Zitat der Woche
Bis zum letzten Tag der Amtszeit Kohls waren keine deutschen Soldaten zu Kriegseinsätzen im Ausland. Nach ihm waren sie es ununterbrochen. Man mag einwenden, dass er Schröderfischer ein Jugoslawien-Fiasko hinterließ. Aus anderen sinnlosen Gemetzeln wie dem Golfkrieg hat er uns herausgekauft. Er war einer der letzten Spitzenpolitiker mit Weltkriegserfahrung, sein Bruder im Krieg getötet, seine Politik auf „pazifistische deutsche“ Wählerstimmen gemünzt. Es tut weh, dies anzuerkennen – doch so, wie der Aspekt „Friedenskanzler“ an Kohl nun gar nicht gewürdigt wird von allen kriegerischen Nachfolgern – muss wohl was dran sein.   Friedrich Küppersbusch, taz, 20.06.2016, Weiterlesen 
Out of Space
Es ist sei unerfindlich, in welchem Maße sich Journalisten willig als Herolde des Netflix-Imperiums gebärden. So meldete „Berliner Zeitung“ in ihrem Web-Kulturteil „Das sind unsere liebsten Netflix-Serien“. Serien-Rankings sind zwar weiterhin Unsinn, aber en vogue und hinnehmbar.  Hinweis: Die Serien sind derzeit auch bei anderen Anbietern zu haben.   Weiterlesen