Zitiert: Twitter „bringt“ im Wahlkampf was – aber wenig

In der Debatte um das Verbot politischer Werbung auf Twitter gibt es ein großes Missverständnis. Eingeschränkt oder gar verboten werden nicht Tweets von Politikern, Parteien oder anderen politischen Organisationen. Die … Regelungen beziehen sich ausschließlich auf bezahlte „Twitter-Ads“. Das sind Werbeeinblendungen, die weitgestreut an Zielgruppen und algorithmisch ausgewählte Nutzer ausgespielt werden.

Der Einsatz konventioneller Tweets als Teil der politischen Wahlkampfkommunikation wird nicht beschränkt. Genau dieses Element politischer Kampagnen wurde jetzt an der Universität Oxford genauer untersucht. …. Im Ergebnis konnten die Forscher schwache, aber eindeutige Twitter-Wirkungen feststellen. Eine Verzehnfachung der Tweets (bei konstantem Umfang der anderen Maßnahmen) brachte den Kandidaten 270 Stimmen mehr ein, das entspricht etwa einem halben Prozentpunkt der Gesamtstimmen im Wahlkreis. Damit liegen die Effekte etwas unter dem Niveau anderer Kampagnenmaßnahmen wie etwa Flugblätter, Haustürbesuche oder Telefonanrufe.

Joachim Trebbe, ejo-online.de, 02.12.2019 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)