Zitiert: Scripted Dokumentarisches

Erwähnung könnte an dieser Stelle außerdem Dietmar Post verdienen, Co-Autor puristischer Dokumentarfilme wie “Monks – The transatlantic Feedback” und “Franco vor Gericht”. Ich sprach im September für die evangelisch.de-Medienkolumne vor dem Kinostart dieses Films mit ihm. Da berichtete Post von Ärger ebenfalls mit dem WDR, der eine vereinbarte Fernsehversion dieses Films nicht abgenommen hatte:

“Worum der Streit ging? Post: ‘Es war nicht der inzwischen gewohnte reine Empörungsfilm um geraubte Babys oder der schöne Feelgoodfilm’, dem Sender habe ‘Emotionalität’ gefehlt. Sein Film sei ‘weder reißerisch, noch ’embedded’, drückt nicht auf die Tränendrüse, sondern erzählt so nüchtern wie möglich.'”

Gewiss sind Posts Filme so nüchtern erzählt, wie das im Fernsehen nur noch selten in den spätesten Nachtschienen der Kultursender geschieht. In den Programmfluss zwischen “Tatort”-Wiederholungen und Regional-Quizshows lassen sie sich wirklich nicht einbetten. Andersrum betrachtet: Wer statt nüchterner Erzählweisen Emotionalität will (von der auch Ellen Ehni und die WDR-Interviewerin im oben verlinkten Radio-Interview wiederholt sprechen), fährt mit via komparse.de angeheuerten, routinierten “Darstellern für Fernsehreportagen” sicher besser als mit puristischen Dokumentafilmern.

 

Christian Bartels, Medienkolumne auf evangelisch.de, 27.09.2018 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)