Zitiert: Datenschutz – das Internet wird zum Zwei-Klassen-Netz

Wer billige Handys kauft, zahlt dafür mit Daten. Das Internet wird zum Zwei-Klassen-Netz, in dem Privatsphäre käuflich ist. …

Werbung finanziert Geschäftsmodelle, macht allen Menschen Information und Unterhaltung scheinbar umsonst zugänglich. Aber Werbung ist nicht mehr nur ein kluger oder witziger Spruch, der einem Agentur-Texter eingefallen ist. Werbung ist heute ein halbintelligentes und praktisch voll automatisiertes Überwachungssystem, das weltweit funktioniert. Es besteht aus dynamischen Anzeigen, die sich an den, der sie sieht, anpassen; aus spezialisierter Werbe-Software, die sich wie Abermillionen digitale Wanzen im Programmcode von Apps und Webseiten versteckt. Oft leiten diese Wanzen Daten an die großen Sammler Google und Facebook weiter.

Das Werbe-Überwachungssystem lebt von gewaltigen Datenbanken, durchschürft von lernfähigen Algorithmen auf der Suche nach Verbindungen: Wer lebt wie? Wer mag was? Und was könnte man ihm verkaufen? Software versteigert Werbeplätze in Echtzeit, damit jeder Nutzer jene Anzeigen sieht, die das System seinem Persönlichkeitsprofil zuweist.

Jannis Brühl, sueddeutsche.de, 16.12.2019 (online)

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)