Zitat: Fernsehender haben andere Aufgaben und Rahmenbedingungen als Streaminganbieter

„Ein herkömmlicher Fernsehsender, der ein Netz von Korrespondenten unterhält und ein Vollprogramm schultert, kann im Bereich der Serien-Produktion mit den Budgets von Amazon nicht mithalten. Der qualitative Vergleich zwischen Amazon-Serien und etwa denen des deutschen Fernsehens wäre deshalb unangemessen.

Dem ungeduldiger werdenden Publikum, das in Blogs häufig in Schwarz-Weiß-Manier die Qualität von US-Serien wie denen von Amazon oder Netflix feiert und sich im Gegenzug über eine vermeintliche „Zwangsgebühr“ für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland mokiert, der derartige nicht zustande bringe, sind diese strukturellen Argumente schwer vermittelbar. Nicht auf dem Schirm haben die Kritiker dabei, dass es in der deutschen Fernsehlandschaft auch bemerkenswerte Qualitäten gibt: Dokumentarische Formen beispielsweise, produziert u.a. vom Südwestrundfunk SWF), haben über Jahrzehnte hinweg eine individuelle Handschrift entwickelt, die man bei hochkarätigen Streaming-Formaten von Amazon (trotz etwa dokumentarischen Angebots „The New Yorker“) so nicht findet. An diesem Punkt muss das Nachdenken über Qualität, Struktur und Budgets beginnen.“

 

Manfred Riepe, Medienkorrespondenz 3/2016 (nicht online)

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)