Verfall journalistischer Sitten beim SWR

Verdi listet Vorgänge auf, aus denen man „einen viel tiefer gehenden Verfall guter journalistischer Sitten“ erkennen kann, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

„So würden SWR-Hörfunkwellen mit vorab bestellten Hörer-O-Tönen Eigenwerbung betreiben, externe Fachleute würden als „SWR-Experten“ tituliert, SWR-Korrespondenten lieferten „Live-Reportagen“, bevor sie überhaupt am Ort des Geschehens seien und bei ihren Abmoderationen würden sie „aus Lissabon“ sagen, obwohl sie in Madrid säßen. Außerdem gebe es ständig Interviews im Format „Drei Fragen – Drei Antworten“, bei denen die Antworten aufgezeichnet und die Fragen vorgefertigt würden.“

 

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Zitat der Woche
Bis zum letzten Tag der Amtszeit Kohls waren keine deutschen Soldaten zu Kriegseinsätzen im Ausland. Nach ihm waren sie es ununterbrochen. Man mag einwenden, dass er Schröderfischer ein Jugoslawien-Fiasko hinterließ. Aus anderen sinnlosen Gemetzeln wie dem Golfkrieg hat er uns herausgekauft. Er war einer der letzten Spitzenpolitiker mit Weltkriegserfahrung, sein Bruder im Krieg getötet, seine Politik auf „pazifistische deutsche“ Wählerstimmen gemünzt. Es tut weh, dies anzuerkennen – doch so, wie der Aspekt „Friedenskanzler“ an Kohl nun gar nicht gewürdigt wird von allen kriegerischen Nachfolgern – muss wohl was dran sein.   Friedrich Küppersbusch, taz, 20.06.2016, Weiterlesen 
Out of Space
Es ist sei unerfindlich, in welchem Maße sich Journalisten willig als Herolde des Netflix-Imperiums gebärden. So meldete „Berliner Zeitung“ in ihrem Web-Kulturteil „Das sind unsere liebsten Netflix-Serien“. Serien-Rankings sind zwar weiterhin Unsinn, aber en vogue und hinnehmbar.  Hinweis: Die Serien sind derzeit auch bei anderen Anbietern zu haben.   Weiterlesen